Knotenfestigkeit

Aus Angellexikon

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Knotenfestigkeit

Die Knotenfestigkeit beschreibt die Tragkraft einer Angelschnur im geknoteten Zustand. Dazu muß man wissen, daß die Schnur im Bereich eines Knotens durch verschiedene physikalische Effekte geschwächt wird.

Zunächst einmal wird die Schnur im Knotenbereich in enge Bögen gezwungen. Unter Zug bedeutet dies, daß vor allem der Aussenbogen auf Zug belastet wird, wohingegen im Innenbogen deutlich geringere Kräfte wirken. Die Last verteilt sich also nicht homogen über denQuerschnitt der Schnur.

Ausserdem wird die Schnur durch die benachbarten Windungen des Knotens mehr oder weniger stark eingedrückt. Dieser Effekt ist bei parallel liegenden Windungen gering, bei sich kreuzenden Windungen umso stärker. Deshalb werden Angelknoten häufig so entwickelt, daß die Schnurstücke mölichst parallel aufeinander treffen und daß Kreuzungen auf ein Minimum reduziert werden.

Hinzu kommt bei einigen Materialien, daß sie unter Druck fließen. Das bedeutet, daß das Material dem Druck ausweicht, indem es in Bereiche mit weniger Druck wandert und so einen Ausgleich der Kräfte anstrebt. Unangenehmer Nebeneffekt ist eine Verdünnung der Schnur in den betroffenen Bereichen.

Als Bezugsgröße für die Knotenfestigkeit wird immer die lineare Tragkraft, also die Tragkraft der unverknoteten Schnur zugrunde gelegt. Die Angaben zur Knotenfestigkeit weichen in manchen Quellen stark voneinander ab. In allgemeineren Artikeln, die sich auf die physikalischen Grundlagen von Knoten konzentrieren, gelten Werte zwischen 50 und 70% schon als sehr gute Werte, Literaturangaben zu Angelknoten bewegen sich allerdings überwiegend im Bereich 85% bis 95%. Derzeit können wir nicht klären, wie realistisch diese Angaben sind. Statt dessen ziehen wir für unsere eigenen Angaben zur Knotenfestigkeit verschiedene Quellen zu Rate und wägen bei Bedarf ab, um eine grobe Orientierungshilfe zu geben.